dieses Fenster schließen

 

Aphasie ("Sprachlosigkeit")

Beschreibung

Ein Aphasiker ist ein Patient, der nach einer Schädigung im Gehirn nicht mehr Lesen, Schreiben, Sprechen oder Sprache verstehen kann, wobei nicht immer alle sprachlichen Modalitäten geschädigt sind. Einige Patienten zeigen nur leichte Unsicherheiten z.B. beim Finden von Wörtern oder in der Kombination von Lauten und Buchstaben, andere haben die Fähigkeit, sich sprachlich auszudrücken, Sprache zu verstehen, zu lesen und zu schreiben gänzlich verlernt. Eine Aphasie ist nicht mit einer Intelligenz- oder Denkstörung zu verwechseln.

Beispiele:

o Benennen des Objektes "Tisch" :
"ähm na da wo man was draufstellt" oder
der Begriff wird mit "Stuhl" benannt
o Verwechslung oder Auslassung von Lauten
"Fussball"-"Sullball" oder "Fuball"
o Unvollständige Sätze:
"Die Milch ääh ist...weiß nich"
o Satzverschränkungen:
"Ich hab da mal in Krankenhaus hab ich dann den neuen Betten gehabt und schon am nächsten Tag bin gefiert bin."
o Schreiben:
"Hotel"? "H olel"

Ursachen können u.a. sein:

- Schlaganfall,
- Herzinfarkt,
- Schädelhirnverletzungen infolge eines Unfalls,
- Hirntumore und
- Entzündliche Prozesse des Zentralen Nervensystems

Behandlungsbereiche
Das oberste Ziel liegt darin, dem Betroffenen wieder zu befähigen, sich so gut wie möglich mit seiner Umwelt zu verständigen, seine Bedürfnisse zu befriedigen und seine Selbständigkeit in alltäglichen Dingen oder im Berufsleben wieder zu erlangen.

- eine möglichst weitgehende Verbesserung von einzelnen sprachlichen Funktionen wie:
o das Verstehen von Sprache/Gesprochenem,
o das Finden von Wörtern und deren adäquater Lautstruktur
o das Bilden von Sätzen
- das Wiedererlernen von schriftsprachlichen Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen
- das Erlernen nonverbaler Verständigung über Mimik und Gestik bei völligem Verlust der Sprache
- der Abbau der Begleiterscheinungen z.B.:
o die Lähmung der Gesichtsmuskulatur,
o Schluckstörungen


Die Beratung und Krankheitsaufklärung der Angehörigen ist neben einer interdisziplinären Zusammenarbeit mit Ärzten und Therapeuten ein wesentlicher Grundstein in der logopädischen Behandlung.

Behandlungsbeginn
- Sofort bzw. im Anschluss an eine Rehabilitationskur

Behandlungsort

- im häuslichen Umfeld,
- in einer Pflegeeinrichtung oder
- in der Praxis

Wer kann eine Therapie verordnen?

- Hausarzt
- Neurologe
- HNO
- Arzt

dieses Fenster schließen