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Beeinträchtigte Sprachentwicklung - Sprachentwicklungsstörung

Beschreibung

Sprachentwicklungsstörungen bezeichnen die zeitliche und inhaltliche Abweichung vom normalen Spracherwerb, die Sprachentwicklung ist verlangsamt, spärlich bzw. fehlerhaft oder bleibt nach dem 18. Lebensmonat gar völlig aus. Defizite bestehen auf mehreren sprachlichen Ebenen, wobei das Kind in seiner rezeptiven und expressiven Sprachleistung nicht der Altersnorm entspricht.
Sprachentwicklungsstörungen treten isoliert oder im Zusammenhang mit weiteren Störungen der kindlichen Entwicklung auf.

Dabei gibt es folgende Leitsymptome:

1. eingeschränkter Wortschatz
Ein Kind sollte abhängig vom Alter über einen bestimmten Reichtum an Wörtern verfügen (z.B. 12.-18. LM ca. 3-22 Wörter, 24.-30. LM 50-200 Wörter). Das Verstehen und der Gebrauch von Wörtern ist eingeschränkt, das Speichern und Abrufen ist erschwert.

2. Störung der Lautbildung (Dyslalie)
Sprachlaute werden falsch ausgesprochen, vertauscht oder ausgelassen.
z.B. Tuh statt Kuh,
Schank statt Schrank

3. Störung beim Erwerb der Grammatik
Dysgrammatismus meint die Störung des grammatikalischen Sprachgebrauchs und -erwerbs. Betroffene Kinder haben Probleme im Erlernen von grammatikalischen Regeln, welche sich im Markieren von Einzahl/Mehrzahl und Geschlecht, in der Deklination und im Satzbau zeigen. Sie verwechseln z.B. Artikel und Präpositionen oder bilden Verben falsch. Die kindlichen Äußerungen sind oft kurz und in der Wortstellung verdreht.
z.B.

die Baum
er fahrt
Mama Hause kommt

Ursachen

- Umwelteinflüsse wie z.B.: - mangelnde sprachliche Anregung - Mehrsprachigkeit
- Veranlagung oder familiäre Sprachschwäche
- Körperbehinderungen und minimale Störungen der Hirnfunktion
- Hörstörungen
- Sehstörungen
- Fehlfunktionen der Sprechorgane
- allgemeine Entwicklungsverzögerung

Behandlung

In meist spielerischer Form wird an der

- Mundmotorik,
- Lautanbahnung und Artikulationsübungen,
- Erweiterung des Wortschatzes unter Einbeziehung von Umweltthemen,
- Anwendung der grammmatikalischen Grundregeln,
- Förderung aller Wahrnehmungsbereiche und
- Schulung der motorischen Fähigkeiten gearbeitet.

Betroffene Kinder werden je nach Schwere der Sprachentwicklungsstörung in ihrer Entwicklung angeregt und unterstützt mit dem Ziel, dass die Kommunikationsfähigkeit optimal gefördert wird und die Sprachentwicklung möglichst bis zum Schuleintritt altersgerecht entwickelt ist.

Behandlungsbeginn

- abhängig von der Ursache
- in der Regel zwischen dem 3. und 4. Lebensjahr

Wer kann eine Therapie verordnen?

- Kinderarzt
- Pädiater
- HNO - Arzt oder Phoniater
- Allgemeinmediziner
- Neurologe

 
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