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Kindliche Aphasien

Beschreibung

Kindliche Aphasie bezeichnet eine zentrale Störung der Sprachfunktionen (Sprechen, Verstehen, Lesen, Schreiben) während oder nach weitgehend vollendetem Spracherwerb. Es handelt sich um eine flüssige Aphasie, da die Kinder auf kein großes Wissen zurückgreifen können.

Ursachen

- hirnorganische Schädigungen
- Schlaganfall
- Schädelhirntraumata
- Entzündungen und Infektionen des Gehirns wie z.B. Encephalitiden
- Hirntumore
- Landau-Kleffner-Syndrom

Unterschiede zur Aphasie bei Erwachsenen

Im Gegensatz zur Aphasie der Erwachsenen wird eine in der Entwicklung begriffene Sprache betroffen. Die sprachlichen Fähigkeiten sind noch nicht voll entwickelt.

Frühes Kindesalter (24 - 30 Monate)
Bei Schädigungen erlöschen häufig alle Sprachleistungen für eine bestimmte Zeit. Die normale Sprachentwicklung setzt verspätet ein. Eine Störung bleibt nicht zurück.

Vorschulalter (3 - 6 Jahre)
Schädigungen führen ebenfalls zu einer völlig rückläufigen Aphasie. Die Kinder reagieren auf das plötzliche Unvermögen, nicht mehr sprechen zu können, unterschiedlich. Häufig ist die Sprechfreude betroffen, wodurch es vorübergehend zu einer Verstummung kommen kann. Während das Kind seine Aphasie überwindet, schreitet die Sprachentwicklung in Bezug auf Artikulation, Sprachverständnis, Wortschatz und Grammatik fort.

Schulalter
Im Schulalter erlittene Aphasien verlaufen nicht immer vollkommen störungsfrei. In den Bereichen Lesen, Schreiben oder Wortfindung können Störungen auftreten. Die Symptome sind denen einer Aphasie im Erwachsenenalter fast gleich.

Pubertät
Ab der Pubertät gleicht die Aphasie der Jugendlichen derjenigen der Erwachsenen.

Das kindliche Gehirn verfügt über eine größere Plastizität als bei Erwachsenen, das es sich noch in der Reife befindet und noch nicht von Abbauprozessen betroffen ist. Daher ergibt sich eine günstigere Prognose für die Erholung des Gehirns und den Rehabilitationsverlauf.

Symptomatik

Sprachproduktion:

- meist flüssige Aphasie mit verringertem Sprechantrieb
- Sprachmühe
- Verarmung des Wortschatzes
- Agrammatisch bzw. stark vereinfachte Konstruktionen

Sprachverständnis:

- schwer bis mittelschwer beeinträchtigt

Lesen und Schreiben:

- schwer bis mittelschwer beeinträchtigt
- nach Genesung vollkommen neu zu Erlernen aufgrund geringerem Vorwissen

Wer kann eine Therapie verordnen?

- Allgemeinarzt
- Kinderarzt
- Neurologe

 
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