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Stottern

Beschreibung

Der Begriff Stottern beschreibt eine Kommunikationsstörung, welche zu Störungen im Redeablauf und motorischen Fehlleistungen im Sprechablauf führt. "Stottern ist das, was der Stotternde tut, um nicht zu stottern." Dieses Zitat findet man sehr häufig in der Literatur und meint den misslungenen Selbsthilfeversuch Betroffener. Es verdeutlicht, dass ein zusätzlich erschwerendes Stotterverhalten entwickelt wird.

1. Kernverhalten (Primärsymptomatik)

- Wiederholung von Lauten, Silben und Wörtern
- Vokaldehnungen oder
- Verkrampfungen und Blockierungen der gesamten Atem- und Artikulationsmuskulatur

2. Begleitverhalten (Sekundärsymptomatik)

- erhöhte Anstrengung und Kraftverbrauch beim Sprechen
- Einschieben von Füllwörtern ( ah, äh, na ja, also usw.)
- überspannte Mitbewegungen im Mund - und Gesichtsbereich (z.B. Zucken, "Grimassieren")
- Atemstörungen
- ausgeprägtes Störungsbewusstsein
- oft verunsicherte und sprechvermeidende Persönlichkeitsstruktur

Hält im Kindesalter eine Störung des Redeflusses über 6 Monate an, ist eine logopädische Vorstellung dringend anzuraten!

Ursachen

Die genauen Ursachen sind bis heute wissenschaftlich nicht eindeutig belegt, jedoch vermutet man u.a.:

- genetische Ursachen
- psychisch bedingte Ursachen z.B. Traumen nach Unfällen
- organische Ursachen z.B. Hirnschäden, neuromuskuläre Koordinationsstörung
- Wahrnehmungsstörungen
- Lateralitätsstörungen
- Ursachen in der individuellen Lebensgeschichte
- Sprachentwicklungsstörung

Behandlungsbereiche

- Förderung der Wahrnehmung
- Schulung von Atmung, Haltung und Tonus
- Entspannungstechniken
- Veränderung des Stotterverhaltens
- Erlernen neuer Sprechtechniken
- Beratung der Angehörigen

Das übergeordnete Ziel der Behandlung ist der optimale Umgang mit der Stottersymptomatik. Das Thema Stottern soll enttabuisiert und die Selbstakzeptanz erhöht werden. Der Abbau der Stottersymptomatik, der Risikofaktoren und der psychischen Störung wird angestrebt, um die Kommunikationsfähigkeit und die Lebensqualität des Betroffenen zu erhöhen.

Wer kann die Sprachtherapie verordnen?

- Kinderarzt
- Hausarzt
- Neurologe
- HNO - Arzt
- Phoniater

 
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